Esel stammen ursprünglich aus kargen, halbwüstenartigen Regionen. Ihr Verdauungstrakt ist auf faserreiches, nährstoffarmes Futter ausgelegt und kann dies optimal verwerten. Kräuter spielen dabei eine wichtige Rolle. Je nach Jahreszeit, ändert sich das Angebot.
Kräuter sind kein Grundfutter, sie dienen als Snack, gezielte Ergänzung oder als Kur, immer in kleinen Mengen und nicht über das ganze Jahr.
Worauf soll man achten bei der Kräuterfütterung?
Langsam anfangen:
Jedes Kraut immer schrittweise einführen, der Verdauungstrakt soll sich anpassen können
Trocken oder frisch?
Esel lieben es, die Pflanzen frisch und selber zu pflücken. Dabei kann sehr schön beobachtet werden, dass sie zum Teil die zähen Stengel stehen lassen und gezielt und geduldig die einzelnen Blätter vom Pflanzenstängel rupfen, z.B. beim Mädesüss.
Brennnesseln lassen sie stehen, diese mögen sie jedoch in getrockneter Form sehr gerne.
Diesteln schieben sie "als Ganzes" ins Maul, darauf achtend, dass die Dornen "rückwärts" einfahren.
Welche Kräuter?
Neben klassischen Pflanzen wie Brombeer- und Himbeerblättern, Hagebutte (getrocknete Früchte) und Mariendistel gibt es noch ganz viele weitere Kräuter, die dem Esel schmecken.
Schafgarbe, Gänseblümchen, Labkraut, Wegwarte, aber auch Küchenkräuter wie Thymian und Salbei, Fenchelsamen, Anis, Melisse, Pfefferminze.
Knabberholz und Blätter
Von Natur aus sind Esel auch Rinden- und Buschfresser. Das Knabbern beschäftig sie und liefert wichtige Gerb- und Ballaststoffe.
Ein ungefährlicher Snack sind Haselnussblätter und -Zweige, sehr, sehr beliebt! Auch Birke und Weide kommen gut an.
Regel: Kräuter mit stark ätherischen Ölen (z.B. Thymian, Salbei) oder hoher Wirkstoffdichte sollten in geringen Mengen und nur als Kur (max. 3-4 Wochen) gegeben werden!
Bei vorgefertigten Mischungen lohnt es sich, die Zusammensetzung genau zu lesen, wobei ich davon kein grosser Fan bin, da sozusagen die Jahreszeiten durchmischt darin vorkommen. der phänologische Kalender kann hier ein Hilfsmittels ein.
Frisch (getrocknet) aus einheimischer (Eigen)Produktion ist eine gute Wahl.
Gibt man Kräuter in getrockneter Form ist zu beachten, dass die Feuchtigkeit zum grossen Teil entzogen ist und eine Handvoll getrocknetes Kraut einiges Mehr ist als eine Handvoll frisches, saftiges Kraut. Das Mass ist die Handvoll frisches Kraut!
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