Esel im Winter eindecken? Thermoregulation

Veröffentlicht am 15. Dezember 2025 um 22:42

Thermoregulation und Wohlfühltemperatur beim Esel

Im Gegensatz zu Pferden sind Esel und deren Kreuzungen Regen- und Kälteempfindlich.
Da ihr Fell nicht wasserdicht ist, sollten Esel nicht völlig durchnässen.

Esel fühlen sich bei Temperaturen zwischen 5° C und 15°C am wohlsten und können eine normale Körpertemperatur von 36,2° C bis 38,5°C aufrecht erhalten. Dies gilt für den Erwachsenen, gesunden Esel.

Esel geraten häufiger in eine Unterkühlung (Hypothermie = Unterschreitung der physiologischen inneren Körpertemperatur) als Pferde.

Bei tieferen Temperaturen benötigen Esel zusätzliche Fütterung, um sich zu wärmen.

Normale Körpertemperatur: 36,2° C bis 38,5° C. Dieser Bereicht ist relativ breit, denn Esel können die Körpertemperatur bis zu einem gewissen Grad der Umgebungstemperatur anpassen. Darin sind sie besser als Pferde.

Bei Hitze, also im Sommer, kann die Körpertemperatur auf 39° C steigen.

Bei Kälte, wenn die Temperatur unter 5° C sinkt, benötigen Esel zusätzliche Unterstützung. Je nach Alter und Gesundheitszustand kann dies nebst mehr Futter auch Eindecken beinhalten. Die Menge der Futteraufnahme ist beim Esel weit geringer als beim Pferd. Ein Eselmagen fasst, je nach Grösse des Tieres, zwischen 5 lt und 8 lt. Eine Magenüberfüllung muss verhindert werden.

Anzeichen für Kälte
Esel zittern, wenn sie frieren. Allenfalls haben sie Durchfall, nehmen ungewollt ab und/oder tragen den Schwanz eng am Körper angelegt, er ist dann „eins“ mit den Arschbacken. Umgehendes Handeln und Fürsorge ist angesagt. Es müssen nicht zwingend alle Symptome gleichzeitig auftreten.
Ist die Kerntemperatur zu tief, funktioniert die Fermentation, welche Wärme benötigt um zu funktionieren, nicht mehr, die Gefahr einer Kolik steigt.

Im Anfangsstadium wird versucht, Wärme durch (kräftiges) Zittern zu generieren. Die Fähigkeit des Zitterns nimmt ab, geht schlussendlich verloren, was zu einem rapiden Abfall der Körpertemperatur führt. Es ist nicht angebracht zu beobachten, ob der Esel ohne Massnahmen mit dem Zittern wieder aufhört, er benötigt die Fürsorge sofort.

Bei zunehmender Untertemperatur kommt es zu einer fortschreitenden Funktionsstörung des Thermoregulationszentrums.Friert der Esel, bewegt er sich nicht mehr um Energie zu sparen!

Geben Sie bei Kälte zusätzlich Futter, insbesondere Raufutter und wenn Stroh und etwas Heu nicht mehr reicht, weil die Aufnahmekapazität beim Tier erschöpft ist, mehr Heu als Stroh oder einzig Heu. Das muss individuell angepasst werden.

Bei nicht eingedeckten Tieren sollte Zugluft möglichst vermieden werden.

Neben Kälte spielen auch die Wetterbedingungen eine grosse Rolle wie es dem Tier geht. Feuchtigkeit, Wind und Regen sind Faktoren, welche nicht vernachlässigt werden sollten.

Gerade Feuchtigkeit und Regen sind nichts für Esel, sie sind dafür nicht „ausgerüstet“, ebensowenig für sehr kaltes Wetter, das sie aus einem trockenen, warmen Habitat stammen.
Das Eselfell hat keine wärmende Unterwolle. Nässe bleibt auf dem Esel und im Fell liegen, da die ableitenden Wirbel, welche wir z.B. bei Pferden finden, fehlen.

Nasse Esel dürfen nicht eingedeckt werden, sie würden unter der wärmsten Decke frieren.

Gesunde Esel, die ausreichend Winterfell produzieren benötigen bei trockenem Wetter oft keine Decke wenn sie ständigen Zugang zu einem trockenen Unterstand haben.

Alte oder dünne Esel können ihre Körpertemperatur nicht so leicht aufrechterhalten und benötigen unter Umständen eine Decke.

Junge, gesunde Esel mit guter Kondition und Winterfell benötigen in der Regel keine Decke, so sie einen trockenen Unterstand haben.

Ab welchen Temperaturen kann/sollte ans Eindecken gedacht werden:

Wenn die Temperaturen unter 4°C sind in Kombination mit Regen und/oder starkem Wind.

Wenn die Temperaturen dauerhaft kalt unter -6°C fallen, insbesondere wenn kein optimaler Unterstand vorhanden ist.

Anzeichen von Frieren zeigt der Esel mit zittern oder dass er sich offensichtlich unwohl fühlt. Seinen Schwanz klemmt er zwischen die Backen. Es gibt auch Exemplare, die werden grantig und klemmen im Umgang.

Bei Krankheit oder schlechtem Allgemeinzustand sollte der Esel eingedeckt werden um Wärmeverlust zu vermeiden und die Genesung zu unterstützen.

Die richtige Decke finden

Pferdedecken passen den Eseln nicht, auch Ponydecken sind im Brustbereich oft zu weit geschnitten. Ein weiterer Faktor ist, dass der Esel schmal ist in Schulter, Brust, Halt und Hinterteil. Damit eine Decke ihren Zweck erfüllen kann, muss sie passen. Sie darf nicht verrutschen oder ihn beim Liegen einklemmen.
Gekreuzte Bauchgurte, Schnellverschlüsse über der Brust und der geformte Schweiflatz halten die Decke auf dem Esel, so dass keine Beinschleifen, die Scheuern können, benötigt werden. 
Für meinen Zwergesel mit 100 cm Stockmass habe ich bei Bucas gute Decken gefunden.

Es ist ratsam, eine Ersatzdecke zu haben.

 

Wichtig:
Ist der Esel eingedeckt, muss regelmässig kontrolliert werden um Scheuerstellen oder Hitzestau zu vermeiden. Allenfalls ist die Decke zu wechseln. Zudecken bei mildem Wetter kann zu Überhitzung führen. Eine fachkundige Beratung durch einen Tierarzt oder Eselexperten kann hilfreich sein.